Art und Brut

Das Basler Ensemble Hornroh Modern Alphorn Quartet präsentiert ab Sommer 2016 sein neues Programm Art und Brut. Ausgangspunkt ist die Komposition Brut, ein mehrsätziges Werk für vier verschieden gestimmte Alphörner, Büchel, Altposaune und Stimme, das Hornroh dem Basler Komponisten Lukas Langlotz in Auftrag gegeben hat. Im Konzertprogramm wird Brut einer Auswahl traditioneller Schweizer Stücke gegenübergestellt, wodurch das abendfüllende Programm eine spannende Dramaturgie erfährt: ‚Im traditionellen Repertoire, von Hornroh schlicht und zugleich kunstvoll interpretiert, wird einem bewusst, wie unverbraucht, ja modern diese Stücke sein können und die neuen Kompositionen erstrahlen dank der ‚rohen‘ Natur der Hörner in fremdartiger Schönheit‘ (Cécile Olshausen, Radio SRF). Dazu trägt auch der warme, der menschlichen Stimme so nahe Klang des Alphornes bei, der immer etwas tief Verborgenes, fast Archaisches in uns anspricht. Schließlich sind auch die reine Faszination der Instrumente und der gute Kontakt zum Publikum Elemente, die Hornroh charakterisieren.

Hornroh spielt auf Bühnen, in Kirchen an Festivals, am Berghang oder in originellen auch extremen Klangräumen. Durch Einbezug eigener Stücke und Bewegung im Raum hat das ungewöhnliche Quartett die Möglichkeit, individuell auf die jeweilige Auftrittssituation einzugehen. Die Première des Programms fand im August 2016 am renommierten Festival ‚Stubete am See‘ im Großen Saal der Tonhalle Zürich statt.

Art und Brut: Bezug nehmend auf die vom Maler Jean Dubuffet geprägte Kunstgattung Art brut, die Kunst und Rohheit zueinander in Beziehung setzt, trifft im neuen Hornroh-Programm reine Alphornharmonik, schlicht und zugleich kunstvoll interpretiert, auf archaische Klangkraft verschieden gestimmter Naturtonreihen. Das Alphorn kann, ganz im Sinne Dubuffets, als unakademisch bezeichnet werden – das Erlernen ist oft autodidaktisch – naiv ist die Musik von Hornroh, wie auch die Komposition von Lukas Langlotz, aber keinesfalls. Sie lässt vielmehr vergessene Klangwelten aufblühen und bereichert unsere gewohnten Hörerfahrungen nachhaltig.

Hornroh Modern Alphorn Quartet steht seit über 15 Jahren für hohe Qualität in Pflege, Verbreitung und vor allem Erweiterung von Alphornmusik. Dabei scheut das Basler Ensemble (fast) keinen Aufwand, präsentiert mit eigenen Produktionen oder in Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden das Instrument in immer neuen Kontexten.

Aktuellstes Erzeugnis dieser Arbeit ist das concerto grosso Nr. 1 für 4 Alphörner und großes Orchester, das der Komponist Georg Friedrich Haas für Hornroh geschrieben hat und das mit den Sinfonieorchestern des Bayrischen Rundfunks, des ORF, des SWR, des Tonhalleorchesters Zürich mehrfach (und ur-)aufgeführt wurde. Im März 2017 folgten noch zwei Aufführungen mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra.
Erlebnis und Ergebnis dieser großartigen Produktion hat Hornroh darin bestärkt, auch in eigenen Programmen weiter und konsequent Werke von zeitgenössischen KomponistInnen der traditionellen Alphornmusik gegenüber zu stellen

Stimmen über Hornroh
Eine Begegnung mit Klängen, die ins Mark treffen, von betörender Reinheit und kristalliner Zerbrechlichkeit, erfüllt von einer tiefen Poesie und Besinnlichkeit.
Bayrischer Rundfunk, Klassik

Cet ensemble se classe parmi les plus grands et le disque est à découvrir absolument.
La Revue du Corniste (F)

Hornroh’s selbstverständlicher Umgang mit dem Alphorn ist es, der ein unverbrauchtes Hören ermöglicht und neue Perspektiven für das Instrument eröffnet – ohne dass dabei der Gletschergeist, der in diesem Naturhorn haust, vertrieben wird.
Cécile Olshausen, Radio SRF 2

Das Video zeigt ‚Hautmusik’, die Urform von ‚Art und Brut‘ (von 2009).

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